Report Oktober 2026

Das H2.N.O.N-Regionalmanagement ist in die dritte Phase gestartet: Zwei neue Partner sind zum bekannten MCON-Team hinzugekommen und die Projektträgerschaft ist an die INNO.NON GmbH übergegangen, die dafür eine neue Stelle geschaffen hat. Für diesen ersten Report übernimmt Thomas Knaack, Geschäftsführer der INNO.NON Gmbh das Vorwort.
Liebe Mitglieder des H2.N.O.N-Netzwerks,
der Aufbau einer zukunftsfähigen Wasserstoffwirtschaft ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die Engagement, Fachwissen und starke Partnerschaften braucht. Mit H2.N.O.N haben wir in Nordostniedersachsen ein landkreisübergreifendes Netzwerk, das genau diese Voraussetzungen zusammenbringt. Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Kommunen, Kammern und weitere Akteure können hier ihre Erfahrungen teilen, gemeinsame Herausforderungen angehen und neue Projektideen entwickeln. Mit der Fortführung des Regionalmanagements sichern wir diese Kontinuität und entwickeln die Strukturen weiter. Mein Dank gilt an dieser Stelle dem Landkreis Osterholz als vorherigem Projektträger sowie dem TZEW und MCON für die langjährige fachliche Umsetzung.
Als INNO.NON GmbH ist es uns ein wichtiges Anliegen, gemeinsam mit dem neuen Regionalmanagement-Team mit MCON, PLANET und VDI/VDE-IT diese Zusammenarbeit der mittlerweile mehr als 170 H2NON-Mitgliedern weiter zu stärken und die Entwicklung der Wasserstoffregion Nordostniedersachsen aktiv zu begleiten. Als Projektträger schaffen wir dafür ab dem 1. Dezember 2026 zusätzlich auch eine neue Regionalmanager-Stelle.
Die Rahmenbedingungen haben sich seit dem Start des Netzwerks verändert und der Markthochlauf verläuft langsamer als ursprünglich angenommen. Umso wichtiger ist es, in dieser Phase weiterhin zu informieren, Unternehmen bei ihren Entscheidungen zu begleitenund Rahmenbedingungen mitzugestalten, um Unternehmen bei ihrer Energietransformation zu unterstützen und Wasserstoff dort einzusetzen, wo er sinnvoll CO2-Emissionen senkt.
Ich lade Sie herzlich ein, sich weiterhin aktiv einzubringen. Ohne diese Struktur würde die Region zentrale Impulse verlieren. Die Fortführung ist deshalb kein Selbstzweck, sondern ein Beitrag zur langfristigen Sicherung unserer Wettbewerbsfähigkeit.

Thomas Knaack
Was ändert sich im neuen H2.N.O.N-Regionalmanagement?
Zum 1. September hat sich das H2.N.O.N-Regionalmanagement neu aufgestellt. Die Projektträgerschaft ist vom Landkreis Osterholz auf die Innovationsagentur Nordostniedersachsen INNO.NON GmbH übertragen worden. Zum 1. Dezmeber startet ein Projektmanager bei der INNO.NON, um die Netzwerkarbeit zu begleiten und zu verstetigen.
Und auch in der Zusammensetzung des externen Projektteams gibt es Veränderungen. MCON arbeitet zusammen mit dem Ingenieurbüro PLANET aus Oldenburg und VDI/VDE Innovation + Technik mit Bürostandorten u. a. in Berlin und Hannover am Aufbau eines Wasserstoff-Ökosystems im nordöstlichen Niedersachsen.
Der bisherige Projektpartner Transferzentrum Elbe-Weser (TZEW) ist zum 31. August aus dem Regionalmanagement ausgeschieden.
Hier gibt's alle Infos zum neuen REM
Und auch die Website hat ein kleines Update bekommen. Schauen Sie sich gerne mal um...
Die folgenden H2-News aus dem Report gibt es auch weiterhin als Podcast Wasserstoff-Update
News Niedersachsen/Bremen/Hamburg
H2-Radlader in Bremerhaven im Testbetrieb
Im Bremerhavener Fischereihafen testen Liebherr und das Tiefbauunternehmen Georg Grube in den kommenden Monaten einen Radlader mit Wasserstoff-Kolbenmotor im regulären Dauerbetrieb. Das Fahrzeug mit einem Einsatzgewicht bis zu 32 Tonnen ist ein Prototyp aus Österreich und weltweit das erste seiner Art. Den aus Ökostrom erzeugten Wasserstoff liefert H2.N.O.N-Partner Green Fuels GmbH, getankt wird an einer eigens eingerichteten Tankstelle beim Hydrogen Lab des Fraunhofer IWES auf dem ehemaligen Flugplatz Luneort in Bremerhaven. Das von der Clean Hydrogen Partnership der Europäischen Union geförderte Pilotprojekt soll die Alltagstauglichkeit der Maschine prüfen.
Probleme bei Hamburgs Wasserstoff-Bussen
Die Hamburger Hochbahn betreibt seit knapp einem Jahr fünf Brennstoffzellenbusse eines polnischen Herstellers, die sie im März 2023 bestellt hatte. Die Fahrzeuge sind weiterhin nicht endgültig abgenommen, weil sie die Qualitätsanforderungen nicht erfüllen. Laut Hochbahn-Vorstandssprecher Jens-Günter Lang sind die Busse aufgrund ihrer komplexen Technik seltener einsatzbereit als Diesel- und Batteriebusse, zudem seien die Betriebskosten hoch und grüner Wasserstoff zu teuer. Die Hochbahn unterhält mehr als 1.100 Busse und will den Anteil der Batteriebusse bis 2031 von knapp 40 auf 60 Prozent erhöhen.
Wasserstoffpreis Hamburg (Website aktuell down)
Hydrogen Expo in Hamburg mit 1000 Ausstellern (und Protesten)
In den Hamburger Messehallen präsentierten auf der Hydrogen Technology World Expo rund 1.000 Ausstellende ihre Projekte vor rund 20.000 Besuchern aus über 100 Ländern. Im Mittelpunkt standen die praktische Einspeisung von Wasserstoff ins Netz und dessen industrielle Nutzung. Der Umweltverband BUND protestierte am Dienstagvormittag vor der Messe gegen die Herstellung von Wasserstoff aus Erdgas.
Raffinerie in Harburg soll ab 2028 mit Wasserstoff versorgt werden
Die Holborn-Raffinerie in Hamburg-Harburg soll ab 2028 über das Wasserstoff-Industrienetz HH-WIN mit Wasserstoff versorgt werden. Holborn und die Hamburger Energienetze haben dafür einen Vertrag zur Planung des Netzanschlusses unterzeichnet. Der Wasserstoff soll im neuen GDP-Komplex (Green Diesel Production) zur Herstellung von jährlich rund 220.000 Tonnen HVO-Diesel (Hydrotreated Vegetable Oil) und nachhaltigem Flugkraftstoff (SAF) aus gebrauchten Speiseölen und anderen biogenen Nebenprodukten eingesetzt werden. Die Anschlussanlage soll eine Wasserstoff-Dauerleistung von 35,4 Megawatt bereitstellen und bei Lastspitzen bis zu 62 Megawatt ermöglichen.
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Förderzusage für OpenLab in Stade
Das Wasserstoffforschungszentrum H2AM in Stade kommt einen weiteren Schritt voran: Mit der Bewilligung von Fördermitteln für das Projekt „Open Lab und Protospace“ wird das geplante Forschungs- und Entwicklungszentrum um einen Bildungs- und Innovationsbereich ergänzt.
Drewsen und Avacon testen flexiblen Strombezug
Unser H2.N.O.N-Partner Drewsen Spezialpapiere im Landkreis Celle investiert rund 120 Millionen Euro und will bis 2030 bis zu 80 Prozent CO₂ einsparen. Dafür soll Erdgas bei der energieintensiven Papierherstellung vor allem durch Strom ersetzt werden. Gemeinsam mit Avacon setzt Drewsen dafür einen deutschlandweit einmaligen Modellversuch um: Ein neuer Elektrodendampfkessel darf trotz nominell fehlender Netzkapazitäten ans Stromnetz angeschlossen werden und zu Zeiten ausreichender freier Kapazität zusätzlich bis zu 30 MW Strom beziehen. Wenn nicht genug Strom verfügbar ist, kann Drewsen auf ein Biomassekraftwerk zurückgreifen, das mit Stroh und Restholz betrieben wird. Für den dauerhaften Ausbau der Stromversorgung müssen außerdem zwei Umspannwerke und eine Leitung ertüchtigt werden.
LIAG-Institut berechnet langsamere Entstehung von weißen Wasserstoff als bisher angenommen
Ein internationales Forschungsteam unter Leitung des LIAG-Instituts für Angewandte Geophysik in Hannover hat die Entstehungsraten von natürlichem Wasserstoff in den westlichen Pyrenäen und in Nordkalifornien modelliert und kommt auf rund 308 beziehungsweise 515 Tonnen pro Jahr. Damit liegen die berechneten Werte deutlich unter früheren theoretischen Schätzungen von mehreren Hunderttausend bis Millionen Tonnen jährlich, da die Forschenden unter anderem die Sättigung des Porenwassers mit Wasserstoff und die Geschwindigkeit der Gesteinsreaktionen berücksichtigten. Die in Nature Communications veröffentlichte Studie stellt außerdem das Open-Source-Modellierungswerkzeug PoNHy bereit, mit dem sich die Wasserstoffbildung in weiteren geologischen Systemen untersuchen lässt; große natürliche Lagerstätten bleiben möglich, ihre tatsächliche Größe und wirtschaftliche Förderbarkeit sind damit jedoch nicht geklärt.
News Deutschland und die Welt
WaveH2 eingeweiht
Die Universität Stuttgart hat in Freudenstadt die zweite Infrastruktur der Forschungsplattform WAVE-H2 eröffnet, die Wasserstofftechnologien unter industriellen Bedingungen erprobt. Die Plattform deckt die gesamte Wasserstoff-Wertschöpfungskette ab – von Elektrolyse und Power-to-X-Verfahren über chemische Wasserstoffspeicherung bis hin zu Brennstoffzellen und dezentraler Wasserstoffnutzung; die Speicherkapazität am Standort Freudenstadt beträgt insgesamt 470 Kilogramm Wasserstoff. Die Forschungsinfrastruktur ist auf zehn Jahre ausgelegt und ermöglicht Unternehmen, Komponenten und vernetzte Energiesysteme unter realistischen Lastprofilen zu testen und weiterzuentwickeln.
Bosch hält an H2-Antrieb für schwere Nutzfahrzeuge bei langen Strecken fest
Bosch will im Nutzfahrzeuggeschäft sowohl batterieelektrische Antriebe als auch Wasserstofftechnologien weiterentwickeln und sieht insbesondere bei schweren Lkw im internationalen Fernverkehr Einsatzmöglichkeiten für Brennstoffzellen und Wasserstoff-Verbrennungsmotoren. Nutzfahrzeug-Chef Jan-Oliver Röhrl nennt den Ausbau der Ladeinfrastruktur als zentrale Voraussetzung für den Hochlauf elektrischer Lkw: Während regionale Transporte vielfach über Betriebshöfe geladen werden könnten, fehle für grenzüberschreitende Transporte ein ausreichend dichtes europäisches Schnellladenetz. Bosch verweist zudem auf China als wichtigen Leitmarkt für batterieelektrische schwere Nutzfahrzeuge und Brennstoffzellen und beteiligt sich gemeinsam mit Unternehmen wie Daimler Truck, Volvo Group und Toyota an einer Wasserstoff-Allianz für Europa.
Kritik an fehlenden Zahlen und Verzögerungen beim Elektrolyseur von Lhyfe
Die Wasserstoffanlage des französischen Unternehmens Lhyfe im Industriegebiet Gügling in Schwäbisch Gmünd sollte ursprünglich Anfang 2024 die Produktion aufnehmen, befindet sich aber weiterhin in der Test- und Hochlaufphase. Trotz öffentlicher Förderung in Höhe von 6,4 Millionen Euro nennt das Unternehmen bislang keine konkreten Produktionsmengen; auch ein verlässlicher Zeitpunkt für den Regelbetrieb ist offen. Im Technologiepark Aspen fehlen zudem weiterhin eine Wasserstofftankstelle, eine Pipeline und Abnehmer, sodass noch ungeklärt ist, wann die Anlage nennenswerte Mengen Wasserstoff liefern und wirtschaftlich betrieben werden kann.
Energiepark Bad Lauchstädt gewinnt Hydrogen TCP Award
Der Energiepark Bad Lauchstädt wurde als zweiter Gewinner der Hydrogen TCP Awards of Excellence 2026 ausgezeichnet; an dem internationalen Wettbewerb unter dem Motto „From Supply to Demand: Driving Hydrogen Solutions“ hatten sich 18 Projekte aus zwölf Ländern beteiligt. Im Reallabor erzeugt ein Windpark mit acht Anlagen und rund 50 MW installierter Leistung Strom für einen 30-MW-Elektrolyseur, der grünen Wasserstoff produziert. Dieser wird aufbereitet und über eine rund 25 Kilometer lange, von Erdgas auf Wasserstoff umgestellte Leitung zur Raffinerie von TotalEnergies in Leuna transportiert, wo er künftig fossilen Wasserstoff in industriellen Prozessen ersetzen soll.
In Köln fährt erster H2-Fahrschulbus
Die Regionalverkehr Köln GmbH (RVK) setzt nach eigenen Angaben als erstes Verkehrsunternehmen in Deutschland einen Fahrschulbus mit Wasserstoff-Brennstoffzelle ein, um Fahrpersonal gezielt auf die besonderen Fahreigenschaften von Wasserstoffbussen vorzubereiten. Das Fahrzeug stammt aus einer Serie von fünf gebrauchten Solaris Urbino 12 Hydrogen; fünf der insgesamt sechs Busse gehen in den Linienbetrieb, während einer für die Fahrschule vorgesehen ist. Die RVK betreibt rund 160 Wasserstoffbusse im Linienverkehr und verfügt damit über die größte Wasserstoffbusflotte Europas; die erste Fahrprüfung mit dem neuen Fahrschulfahrzeug wurde bereits erfolgreich absolviert.
Wasserkraftwerk am Rhein nimmt weitere H2-Anlage in den Testhochlauf
Am Wasserkraftwerk Grenzach-Wyhlen haben EnBW und naturenergie eine weitere Wasserstoffproduktionsanlage mit einem 5-MW-PEM-Elektrolyseur eingeweiht, der die bestehende 1-MW-Anlage ergänzt. Beide Elektrolyseure werden mit Strom aus dem benachbarten Laufwasserkraftwerk Wyhlen mit 38,5 MW Leistung betrieben; die stationäre Wasserstoffspeicherkapazität beträgt rund fünf Tonnen, zudem stehen sieben Abfüllplätze mit unterschiedlichen Druckstufen zur Verfügung. Nach dem Probebetrieb soll naturenergie Anfang 2027 den kommerziellen Betrieb übernehmen und Industrie- sowie Mobilitätskunden in der Grenzregion Deutschland, Schweiz und Frankreich versorgen.
Brandenburger H2-Züge zwei Jahre in Betrieb
Seit zwei Jahren erprobt Brandenburg den Einsatz von Wasserstoff- und Batteriezügen als Ersatz für Dieseltriebzüge auf nicht elektrifizierten Strecken; das Projekt wird vom Bund gefördert und von der NOW GmbH begleitet. Dabei kommen Wasserstoffzüge mit Brennstoffzellen sowie batterieelektrische Züge zum Einsatz, die ihre Energie unter anderem über vorhandene Oberleitungen aufnehmen können. Das Modellprojekt untersucht den Betrieb im regulären Schienenverkehr und soll Erkenntnisse dazu liefern, welche Antriebstechnologie sich für welche Strecken eignet.
Weiter Probleme bei H2-Zügen im Taunus
Die Wasserstoffzugflotte des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) umfasst 27 Züge, deren Brennstoffzellen wegen anhaltender technischer Probleme ausgetauscht werden müssen; Hersteller Alstom rechnet inzwischen erst im zweiten Halbjahr 2028 mit dem Abschluss der Arbeiten. Ursprünglich sollte die Überholung bis Ende 2026 abgeschlossen sein, verzögert sich aber aufgrund von Materialengpässen und technischen Anpassungen. Auch 2027 sollen die Wasserstoffzüge deshalb nur auf der Linie RB15 zwischen Bad Homburg und Brandoberndorf verkehren, während die übrigen Linien im Taunusnetz weiterhin nicht vollständig mit der vorgesehenen Wasserstoffflotte bedient werden.
500km des H2-Kernnetzes in Betrieb
Zwei Jahre nach der Genehmigung des deutschen Wasserstoff-Kernnetzes sind mehr als 500 Kilometer Leitungen in Betrieb; bis Ende 2027 sollen weitere 900 Kilometer hinzukommen. Zu den zentralen Abschnitten zählt eine rund 400 Kilometer lange umgestellte Erdgasleitung von Lubmin an der Ostsee über Brandenburg bis Bobbau in Sachsen-Anhalt, die seit Dezember 2025 mit Wasserstoff befüllt ist. Im Realbetrieb wird außerdem erneuerbarer Wasserstoff aus einer Elektrolyseanlage in Lingen über Leitungen von Nowega, OGE und SYNEQT zum Chemiepark Marl transportiert; aus dem Energiepark Bad Lauchstädt können jährlich rund 2.700 Tonnen grüner Wasserstoff zur Raffinerie in Leuna gelangen.
BMWE beschließt neue Maßnahmen für Wasserstoffhochlauf
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat ein Maßnahmenpaket mit zehn Ansätzen beschlossen, darunter mindestens 1,5 Milliarden Euro zusätzliche Förderung für industrielle Wasserstoffprojekte im Rahmen der CO₂-Differenzverträge ab der Ausschreibungsrunde 2027. Außerdem soll die technische Umrüstung von insgesamt vier Gigawatt Kraftwerksleistung auf Wasserstoff unterstützt werden: Zwei Gigawatt sollen 2027 ausgeschrieben werden und ab 2040 mit Wasserstoff laufen, weitere zwei Gigawatt sollen zwischen 2030 und 2032 ausgeschrieben werden und ab 2043 folgen. Weitere Maßnahmen betreffen erleichterte Anforderungen an erneuerbaren Wasserstoff, verlässliche Stromnetzentgelte, kostengünstige Importe, den bedarfsorientierten Ausbau von Leitungen und Speichern sowie einen Leitmarkt für emissionsarmen Stahl.
Fünf Staaten unterzeichnen Absichtserklärung zu Wasserstoffverbindung zwischen Europa und Nordafrika
Deutschland, Algerien, Tunesien, Italien und Österreich haben in Algier eine gemeinsame politische Absichtserklärung zur Entwicklung des Südlichen Wasserstoffkorridors (SoutH2) unterzeichnet. Vorgesehen sind ein regelmäßiger zwischenstaatlicher Dialog und die stärkere Einbindung von Fernleitungsnetzbetreibern, Regulierungsbehörden, Finanzinstitutionen sowie Produzenten und Abnehmern, um eine grenzüberschreitende Wertschöpfungskette für grünen Wasserstoff aufzubauen. Konkret soll das Projekt ALTEH2A die Produktion von grünem Wasserstoff in Algerien ausbauen und die Versorgung des europäischen Marktes unterstützen; außerdem ist ein Sekretariat bei der Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO) vorgesehen.
Groninger Forschungsteam entwickelt effizientere Keramik-Brennstoffzelle
Forschende der University of Groningen haben eine protonenleitende Keramik-Elektrolysezelle entwickelt, bei der die abgestimmte Kombination aus Elektrolytmembran und Elektrode die Wasserstoffbildungsrate im Labor auf das Zwei- bis Dreifache steigert. Bei 650 °C und 1,3 Volt erreichte eine calciumhaltige Elektrode eine Stromdichte von 2,91 A/cm² gegenüber rund 0,99 A/cm² bei der unbehandelten Ausgangselektrode; die Zellen arbeiten mit Wasserdampf bei Temperaturen zwischen 400 und 650 °C. In einem Dauertest über 500 Stunden blieb eine säurebehandelte Materialvariante bei 0,4 A/cm² stabil und erreichte eine Faraday-Effizienz von über 95 Prozent, wobei die Ergebnisse bislang auf Laborversuchen beruhen.
Chinesische Forscher simulieren Wärmepumpe mit Wasserstoff
Forschende der Dongguan University of Technology und der Sun Yat-sen University haben ein Heizsystem simuliert, das eine PEM-Brennstoffzelle, eine CO₂-Wärmepumpe und einen Wärmespeicher mit Phasenwechselmaterial kombiniert und ohne externen Stromanschluss auskommen soll. Bei einer Erhöhung der Kathodentemperatur von 2 auf 34 °C stieg die nutzbare Wärme pro Kilogramm Wasserstoff im Modell um 29,4 Prozent, während der COP um knapp 20 Prozent sank; für das Gesamtsystem ergab sich je nach Wärmequelle ein COP von 2,6 bis 3,2 bei Luft beziehungsweise 3,3 bis 4,2 bei Wasser. Das System wurde bislang nicht als Prototyp gebaut, und die Simulation geht bei einem Warmwasserbedarf von 75 Litern täglich und einer Temperaturerhöhung um 40 °C von ausreichender Speicherkapazität aus.
Förderhinweise
CO2-Differenzverträge (EO Info)
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat das Vorverfahren für die Gebotsrunde 2027 der CO₂-Differenzverträge gestartet. Unternehmen können bis zum 14. Dezember 2026 teilnehmen. Das eigentliche Gebotsverfahren soll voraussichtlich im Mai 2027 beginnen. Erstmals werden drei technologiespezifische Förderbudgets für Wasserstoff, CO₂-Abscheidung und -Nutzung beziehungsweise -Speicherung (CCU/CCS) sowie Prozesswärme eingerichtet; für Wasserstoff sind bei ausreichendem Interesse mindestens 1,5 Milliarden Euro vorgesehen, um die Kostenlücke zwischen Wasserstoffproduktion und Zahlungsbereitschaft industrieller Abnehmer zu verringern. Die Förderung soll energieintensiven Unternehmen Mehrkosten CO₂-armer Produktionsverfahren über einen Zeitraum von 15 Jahren ausgleichen; die Gebotsrunde 2027 steht noch unter Haushaltsvorbehalt und benötigt die beihilferechtliche Genehmigung der EU-Kommission.
Veranstaltungen
12.-13. November | Hannover: Strategieforum H2-Hochlauf
Die Universität Oldenburg bietet über ihr Center für lebenslanges Lernen (C3L) die berufsbegleitende Weiterbildung „Wasserstoff für Fach- und Führungskräfte“ an, in der Teilnehmende Wasserstoffprojekte praxisnah planen und kalkulieren sowie technische, wirtschaftliche und rechtliche Aspekte miteinander verknüpfen.
Anmeldeschluss ist der 2. November.
19. November | Berlin: BMV Fachkonferenz klimafreundliche Nutzfahrzeuge
Im Wasserstoff-Schwerpunkt stehen aktuelle Ergebnisse zur Tankinfrastruktur für Lkw, Erkenntnisse aus den Erprobungsprojekten Hola und BELLE sowie Praxiserfahrungen mit Wasserstofffahrzeugen im Logistikbetrieb auf dem Programm. Weitere Themen sind die Wirtschaftlichkeit von Elektro- und Wasserstoff-Lkw, Förderbedingungen und Infrastruktur; als Referierende sind unter anderem Dr. Jens Dietrich (Bundesverkehrsministerium), Dr. Patrick Plötz (Fraunhofer ISI) und Dr. Sara Schiffer (hylane) angekündigt.
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